Begrüntes Atrium mit Glasdach, Holzträgern und natürlichem Tageslichteinfall

Nachhaltig bauen mit Tageslicht: Wie Tageslichtsysteme effiziente Gebäude schaffen


Strengere Nachhaltigkeitsvorgaben machen Tageslichtsysteme zum entscheidenden Faktor: Wer sie nur als Gestaltung sieht, verschenkt Potenzial bei Energiebilanz und Zertifizierung. Erfahren Sie, wie sie die Nachhaltigkeit von Gebäuden verbessern.


Lesezeit: 11 Min.

Nachhaltigkeit als zentrale Aufgabe im modernen Bauwesen

Gebäude zählen weltweit zu den größten Energieverbrauchern. In der EU entfallen rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der CO₂-Emissionen auf den Gebäudesektor. Der European Green Deal, die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) sowie das deutsche Gebäudeenergiegesetz (GEG) machen nachhaltiges Bauen längst zur regulatorischen Pflicht statt zur freiwilligen Kür.

Jede Entscheidung muss sich heute an ihrer Wirkung auf Energiebilanz, CO₂-Fußabdruck und Nutzungsqualität messen lassen. Zertifizierungen wie DGNB, LEED und BREEAM werden dabei zunehmend zum Marktstandard und schaffen Nachweise gegenüber Investoren, Nutzern und Behörden.

Während sich die Branche wandelt, vernachlässigt die Praxis noch einen Faktor: natürliches Licht. Durch die richtige Planung und den Einsatz geeigneter Tageslichtsysteme verbessert Tageslicht die Energiebilanz sowie die Zertifizierungsfähigkeit. Zudem steigert es den Nutzerkomfort und gewährleistet die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg.

Dieser Artikel zeigt:

  • wie Tageslichtsysteme zur Nachhaltigkeit beitragen,
  • welche Produkte sich für welche Anforderungen eignen
  • und worauf Planer bei Auswahl und Integration achten sollten.

Wie Tageslichtsysteme zum nachhaltigen Bauen beitragen

Modernes Einkaufszentrum mit breitem Gang, Glasdach und zahlreichen Modegeschäften auf beiden Seiten
Komplett natürliche Beleuchtung des Crystal Peaks Einkaufzentrums dank LAMILUX Glasdach PR60

Reduktion des Kunstlichts und Energieeffizienz

Künstliche Beleuchtung verursacht in Gewerbe- und Industriegebäuden bis zu 40 Prozent des Stromverbrauchs. Tageslichtsysteme senken diesen Anteil dauerhaft und ohne laufende Betriebskosten.

Der zentrale Planungswert ist die Daylight Autonomy (DA): Sie zeigt, wie lange ein Raum ohne Kunstlicht beleuchtet wird. Eine hohe DA reduziert den Energiebedarf, verbessert den Energieausweis und unterstützt den GEG-Nachweis – besonders in Kombination mit tageslichtabhängiger Lichtsteuerung.

Thermische Gebäudeperformance

Tageslichtsysteme wirken sich auch auf die thermische Bilanz eines Gebäudes aus. Im Winter senken passive Solargewinne den Heizwärmebedarf, während wir im Sommer unkontrollierte Wärmeeinträge vermeiden.

Entscheidend sind der g-Wert der Verglasung, außenliegender Sonnenschutz und öffenbare Tageslichtelemente. So lassen sich solare Einträge steuern, Tageslicht nutzen und Kühllasten durch natürliche Nachtlüftung reduzieren.

Beitrag zu Gebäudezertifizierungen

Gut geplante Tageslichtsysteme sind ein direkter Punktelieferant in den gängigen Zertifizierungssystemen. Die folgende Übersicht zeigt, wo Tageslicht angerechnet wird:

Zertifizierungssystem

Relevantes Kriterium

Anforderung

DGNB

SOC 1.1 – Visueller KomfortTageslichtversorgung, Blend- und Sonnenschutz

DGNB

ENV 1.1 – ÖkobilanzPrimärenergiebedarf, CO₂-Äquivalente

LEED v4

EQ Credit 8 – DaylightSimulation oder Messung der Tageslichtversorgung

BREEAM

Hea 01 – DaylightingMindest-Tageslichtfaktor je Raumnutzung

WELL Building Standard

Light ConceptZirkadiane Wirksamkeit, Flimmerfreiheit, Blendungsbegrenzung

Wer Tageslicht von Beginn an in die Planung integriert, erschließt sich in all diesen Systemen wertvolle Punkte. Diese wären mit anderen Maßnahmen nur schwer oder teurer zu erreichen.

Nutzungsqualität und Human-centric Lighting

Zwei lachende Mädchen unter moderner Holz-Oberlichtdecke mit Tageslichteinfall
Tageslicht unterstützt Wohlbefinden, Leistung und Konzentration – hier mit LAMILUX Flachdach Fenstern F100

Tageslicht wirkt nicht nur auf Energiekennzahlen, sondern auch auf Menschen. Natürliches Licht unterstützt den zirkadianen Rhythmus, fördert Konzentration und Wohlbefinden und kann Fehlzeiten reduzieren.

In Schulen, Büros, Kliniken und Produktionsstätten wird Tageslicht damit zum wirtschaftlichen Faktor. Der WELL Building Standard greift diese Gesundheitswirkung auf und stärkt ihre Bedeutung in der Projektentwicklung.

Lebenszyklusbetrachtung (LCA/LCC)

Wer nachhaltig plant, betrachtet die Kosten über den Lebenszyklus. Hochwertige Tageslichtsysteme amortisieren sich dabei durch geringere Energie- und Wartungskosten sowie langlebige Komponenten. In der Lifecycle Cost Analysis (LCC) lassen sie sich mit konkreten Zahlen bewerten. Dies stellt ein starkes Argument gegenüber Bauherren und Projektentwicklern dar.

Graue Energie und Materialökologie

Nachhaltigkeit beginnt bereits vor dem Einbau: Die graue Energie von Bauprodukten wird für die Gesamtbilanz eines Gebäudes immer wichtiger.

Environmental Product Declarations (EPDs) machen diese Werte transparent und vergleichbar. Für Zertifizierungen wie DGNB, LEED oder BREEAM liefern sie wichtige Nachweise. LAMILUX stellt hierfür EPDs bereit und unterstützt Planer so bei der Ökobilanzierung.

Sie möchten wissen, wie Tageslichtsysteme die Nachhaltigkeitsbilanz Ihres konkreten Projekts beeinflussen?

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LAMILUX Tageslichtsysteme – Oberlichter für jede Anforderung

LAMILUX bietet ein vollständiges Spektrum an Tageslichtsystemen – vom schlanken Flachdach Fenster bis zum großflächigen Glasdach. Allen Produkten gemeinsam sind hohe Wärmedämmwerte, hochwertige und langlebige Materialien, ein effizienter Einbau sowie die Eignung für Neubau und Sanierung. Mehrere Systeme sind zudem passivhauszertifiziert – das anspruchsvollste Gütezeichen für energetische Qualität im Bereich Tageslichtelemente.

Lichtband

Das LAMILUX Lichtband ist die ideale Lösung für die großflächige, kontinuierliche Belichtung ausgedehnter Grundrisse – und dabei besonders auf die Anforderungen von Industrie- und Produktionshallen sowie Sportstätten ausgelegt. Flexibel in Länge, Breite und Ausführung, lässt es sich präzise an jede Dachgeometrie und Nutzungsanforderung anpassen.

Industriehalle mit großflächiger Dachkonstruktion und installierten Solarmodulen unter blauem Himmel
LAMILUX Lichtband S mit integrierter Photovoltaik kombiniert Tageslicht, Energiegewinnung und Brandschutz

Die Systeme integrieren RWA-Funktion und natürliche Lüftung in einem Element ohne zusätzliche Dachöffnungen. Besonders effizient ist die Shed-Version: Sie ermöglicht die Kombination von nordseitigem Tageslicht mit photovoltaischer Energiegewinnung auf der Südseite. Das ermöglicht Tageslicht und regenerative Stromproduktion auf derselben Dachfläche. Das LAMILUX Lichtband ist das erste Lichtband weltweit mit Passivhauszertifizierung und setzt damit den Maßstab für energetische Qualität in dieser Produktkategorie.
 

Mehr über die LAMILUX Lichtbänder! 

Lichtkuppel

Die LAMILUX Lichtkuppel F100 W ist die bewährte Lösung für die punktuelle Belichtung von Flachdächern in Industrie, Gewerbe und öffentlichen Bauten. Ihr charakteristisches Merkmal ist die innovative Wellenform der Lichtfläche:

Flachdach mit zahlreichen Solarmodulen und integrierten Lichtkuppeln vor bewaldeter Landschaft
LAMILUX Lichtkuppeln halten den zunehmenden Extremwetterereignissen stand

Sie sorgt für maximalen Schutz vor Witterungseinflüssen wie Hagel, Wind und Schnee und übertrifft dabei konventionelle Kuppelformen in der mechanischen Widerstandsfähigkeit.

Der wärmegedämmte Aufsatzkranz ist integraler Bestandteil des Systems und verhindert Wärmebrücken am Übergang zur Dachkonstruktion – ein entscheidender Faktor für die energetische Gesamtperformance. Für Sanierungsprojekte ist die Lichtkuppel besonders geeignet: Sie kann mit minimalem Eingriff in die Bestandskonstruktion ausgetauscht und eingesetzt werden, ohne die Dachabdichtung großflächig zu öffnen.

Flachdach Fenster

Die LAMILUX Flachdach Fenster FE und F100 sind das Pendant zur Lichtkuppel für den Wohn- und Repräsentativbau. Sie richten sich an Nutzungen, bei denen gestalterische Qualität, Formvielfalt und höchste energetische Performance gleichermaßen gefragt sind. Ob rund, quadratisch, rechteckig oder in Sonderformaten:

Moderne Holzdecken-Konstruktion mit quadratischem Raster und integrierten Oberlichtern
Nachhaltiger Gebäudebetrieb mit LAMILUX Flachdach Fenstern FE Passivhaus im Eco Business Centre Bicester

LAMILUX bietet eine breite Palette an Formen, Größen und Ausstattungsvarianten, die sich an nahezu jede architektonische Anforderung anpassen lassen.
Für Verschattung stehen verschiedene Lösungen zur Verfügung und ermöglichen eine präzise Steuerung von Lichteinfall und Wärmeeintrag. Die Wärmedämmung reicht bis zum Passivhausstandard, sodass die Flachdach Fenster auch in ambitionierten Energiekonzepten, KfW-Effizienzhaus-Projekten und Passivhaus-Neubauten eingesetzt werden können.

Mehr über die LAMILUX Flachdach Fenster!  

Glasdach

Das LAMILUX Glasdach PR60 steht für vollständige Gestaltungsfreiheit: Nahezu jede Form, Neigung und Geometrie ist realisierbar – von der einfachen Pultdachverglasung über ovale Verglasungen bis hin zu Glaspyramiden. Diese Formfreiheit macht es nicht nur zur ersten Wahl für Neubauten mit architektonischem Anspruch, sondern auch zum idealen System für anspruchsvolle Sanierungen, bei denen sich das Tageslichtelement an eine bestehende Tragstruktur anpassen muss, anstatt umgekehrt.

Moderne Skatehalle mit Rampen, Rails und Stahlträger-Dachkonstruktion
LAMILUX Glasdach PR60 mit integrierter Photovoltaik macht das Actionsportzentrum zur nachhaltigen Sportstätte

Die Verglasung lässt sich individuell konfigurieren: integrierte Photovoltaik kombiniert Lichtdurchlass mit Stromerzeugung, Bedruckungen reduzieren den Wärmeeintrag bei gleichzeitig angenehm gefiltertem Licht, Lichtlenkelemente führen das Tageslicht gezielt in die Raumtiefe. Die Energieeffizienz reicht bis zum Passivhausstandard und ermöglicht damit auch bei großflächigen Glasdächern eine hochwertige thermische Gebäudehülle.

Mit dem Modularen Glasdach MS78 hat LAMILUX zudem eine Variante geschaffen, die großflächige Dachverglasung mit modularer Bauweise verbindet. Das verschlankt Produktions- und Einbauprozesse enorm, bei der ein Großteil der Emissionen im Bau anfallen.

Passivhauszertifizierung als Qualitätsmerkmal von Tageslichtsystemen

Das Passivhaus-Zertifikat des Passivhaus Instituts Darmstadt ist der strengste unabhängige Qualitätsnachweis für energetische Leistungsfähigkeit von Bauprodukten. Für Tageslichtelemente bedeutet es konkret: nachgewiesene U-Werte unterhalb von 0,80 W/(m²K) für das Gesamtelement, wärmebrückenfreie oder wärmebrückenarme Konstruktion sowie geprüfte Luftdichtheit.
Für Planer hat das unmittelbare praktische Konsequenzen:

Modernes Atrium mit vertikalen Holzlamellen, Glasfassade und großem Oberlicht
Harris Academy Sutton mit LAMILUX Glasdach PR60 Passivhaus

Passivhauszertifizierte Produkte können direkt in die Berechnung nach Passivhaus-Projektierungspaket (PHPP) eingesetzt werden, ohne aufwändige Einzelnachweise zu erfordern. Sie erfüllen darüber hinaus die Anforderungen zahlreicher KfW-Effizienzhaus-Standards und leisten einen qualifizierten Beitrag zu DGNB- und LEED-Zertifizierungen.
LAMILUX gehört zu den wenigen Herstellern, die passivhauszertifizierte Tageslichtsysteme in mehreren Produktkategorien anbieten – vom Glasdach über das Flachdach Fenster bis zum Lichtband.
 

Eigenschaften nachhaltiger Tageslichtsysteme: Worauf es technisch ankommt

Nicht jedes Oberlicht leistet denselben Beitrag zur Nachhaltigkeit eines Gebäudes. Entscheidend sind einige wenige, aber präzise technische Kennwerte und die Art, wie ein System in das Gebäude integriert wird.

Wärmedämmung: U-Wert

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist der zentrale Kennwert für die Wärmedämmqualität eines Tageslichtelements. Zu unterscheiden sind:

  • Ug-Wert: Wärmedurchgang durch die Verglasung allein (bestimmt nach DIN EN 673)
  • Uw-Wert: Wärmedurchgang des Gesamtelements inklusive Rahmen und Anschluss (bestimmt nach DIN EN ISO 10077)

Für die energetische Berechnung nach GEG zählt der Uw-Wert des gesamten Tageslichtelements – inklusive Rahmen und Anschluss, nicht nur der Glaswert. Je nach Gebäudenutzung gelten dafür unterschiedliche Anforderungen. Wichtig ist außerdem der Anschluss-Psi-Wert (ψ-Wert): Er beschreibt, wie viel zusätzliche Wärme über den Anschluss zwischen Tageslichtelement und Dach verloren geht. Ist dieser Wert zu hoch, entstehen Wärmebrücken, die selbst gute Dämmwerte des Elements deutlich verschlechtern können.

Moderne Glasfassade mit strukturierten Paneelen und integrierten Lüftungsfenstern
LAMILUX Glasdach PR60 mit Lichtlenksystemen zur zusätzlichen Reduzierung des Wärmeeintrags

Solare Steuerung: g-Wert

Der g-Wert beschreibt, wie viel Solarenergie durch die Verglasung ins Gebäude gelangt. Ein hoher g-Wert bringt passive Wärmegewinne im Winter, kann im Sommer aber zu Überhitzung führen. Ein niedriger g-Wert schützt besser vor Hitze, reduziert jedoch auch die Wintergewinne.

Ideal ist daher eine Verglasung mit moderatem g-Wert, kombiniert mit außenliegendem, sensorgesteuertem Sonnenschutz. So lassen sich sommerliche Wärmeeinträge begrenzen und winterliche Solargewinne gezielt nutzen.

Lichttransmission: TL-Wert

Der TL-Wert (Lichttransmissionsgrad) gibt an, wie viel des sichtbaren Tageslichts tatsächlich durch die Verglasung transmittiert wird – unabhängig vom solaren Gesamtenergiedurchlass. Auch er wird nach DIN EN 410 bestimmt.
Das Verhältnis von TL-Wert zu g-Wert wird als Selektivitätsfaktor bezeichnet: Ein hoher Selektivitätsfaktor bedeutet, dass viel Licht durchgelassen wird, aber wenig Wärme – das Ideal für sommerlichen Wärmeschutz ohne Lichtverlust. Für die Daylight Autonomy und damit die erreichbare Kunstlichtreduktion ist ein möglichst hoher TL-Wert anzustreben.

Environmental Product Declarations (EPDs)

Eine Environmental Product Declaration (EPD) ist eine geprüfte Umweltdeklaration für Bauprodukte. Sie macht transparent, welche Umweltwirkungen ein Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus verursacht – von der Herstellung bis zur Entsorgung.
Für Zertifizierungen wie DGNB, LEED und BREEAM dienen EPDs als belastbarer Nachweis in der Ökobilanzierung. Ohne EPD müssen häufig generische Werte angesetzt werden, die die Gesamtbilanz verschlechtern können. Hersteller wie LAMILUX stellen entsprechende EPDs bereit, die direkt in Planungsberechnungen einfließen können.

Langlebigkeit, Wartungsarmut und Reparierbarkeit

Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur in der Herstellung, sondern vor allem in der Nutzungsphase. Hochwertige Tageslichtsysteme punkten durch:

  • Materialbeständigkeit: Glas bleibt langfristig lichtdurchlässig und altert langsamer als viele Kunststoffe.
  • Reinigungsfähigkeit: Glatte Oberflächen, Beschichtungen und eine geeignete Dachgeometrie reduzieren Verschmutzung und Wartungsaufwand.
  • Reparierbarkeit: Austauschbare Einzelkomponenten sparen Kosten, Material und Eingriffe in die Dachabdichtung.
  • Sanierungsfreundlichkeit: Systeme für bestehende Öffnungen ermöglichen eine energetische Verbesserung mit minimalem Eingriff – auch im laufenden Betrieb.
     

Integration in die Gebäudesteuerung

Indoor-Kletterparcours mit Holzträgern, rotem Kletternetz und Oberlicht
Lüftungsflügel im Lichtband B ermöglichen effiziente Lüftung und essentiellen Rauchabzug

Ein Tageslichtsystem entfaltet sein volles Nachhaltigkeitspotenzial erst durch die intelligente Einbindung in die Gebäudetechnik. So wird es vom passiven Bauteil zum aktiven Teil der Gebäudeperformance.

  • Beschattung: Sensorgesteuerter außenliegender Sonnenschutz reduziert sommerliche Wärmeeinträge und erhält die Tageslichtnutzung.
  • Natürliche Lüftung: Öffenbare Elemente ermöglichen Nachtlüftung und können den Kühlenergiebedarf senken.
  • RWA-Funktion: Tageslicht, Lüftung und Rauch- und Wärmeabzug lassen sich in einem Bauteil kombinieren.

Lassen Sie sich bei der Planung all dieser Punkte von Experten unterstützen!

Nachhaltig planen und Fehler vermeiden

Tageslichtsysteme liefern ihren maximalen Nachhaltigkeitsbeitrag nur, wenn sie von Anfang an als integraler Bestandteil des Gebäudes geplant werden – nicht als nachträgliche Ergänzung. Die folgenden Hinweise helfen dabei, die häufigsten Fehler zu vermeiden.

Frühzeitige Integration in die Gebäudesimulation

Tageslichtplanung sollte früh beginnen – idealerweise in Leistungsphase 2, spätestens in LP 3. Nur dann lassen sich Orientierung, Dachgeometrie und Konstruktion noch gezielt optimieren. Für Simulationen stehen Tools wie RELUX, DIALUX und Honeybee/Grasshopper zur Verfügung. Klimabasierte Tageslichtmodellierung gewinnt zudem für Zertifizierungen wie LEED und DGNB an Bedeutung.

Orientierung und Dachgeometrie richtig nutzen

Die Himmelsausrichtung bestimmt die Lichtqualität und den thermischen Eintrag entscheidend:

  • Süd: Hohe Solargewinne, hohes Überhitzungsrisiko → außenliegender Sonnenschutz ist notwendig
  • Nord: Gleichmäßiges, diffuses, blendfreies Licht → ideal für Produktion, Ateliers, Schulräume; keine Überhitzungsgefahr
  • Ost/West: Morgendliche bzw. abendliche Direktstrahlung → Blendungsschutz und g-Wert-Steuerung wichtig
  • Flachdach: Lichtkuppeln, Lichtbänder und Flachdachfenster liefern zenithales Licht – die gleichmäßigste und energetisch effektivste Belichtungsform
     

Verglasungsfläche richtig dimensionieren


Zu wenig Verglasung führt zu unzureichender Tageslichtautonomie und damit zu hohen Kunstlichtanteilen. Zu viel Verglasung erhöht Wärmeverluste im Winter und Überhitzungsrisiken im Sommer.
Als grobe Orientierungswerte für das Verhältnis von Verglasungsfläche zu Nutzfläche gelten:

Nutzung

Empfohlener Daylight Factor (DF)

Typischer Verglasungsanteil

Büro

≥ 2 %5–10 % der Nutzfläche

Schule / Bildung

≥ 3 %8–12 % der Nutzfläche

Produktion / Lager

1,5–3 %5–8 % der Nutzfläche

Gesundheitsbauten

≥ 2,5 %je nach Raumnutzung

Diese Werte sind projektspezifisch zu überprüfen und mit Simulation zu validieren – sie ersetzen keine individuelle Tageslichtplanung.

Anschlussdetails und Wärmebrücken nicht unterschätzen

Flachdach mit mehreren Lichtkuppel F100W aus Kunststoff vor Wohngebiet und Bäumen
Sanierte Lichtkuppel mit LAMILUX Sanierungsrahmen für den optimalen und effizienten Anschluss

Der häufigste und folgenreichste Planungsfehler: ein hochwertiges Tageslichtelement mit einem schlecht ausgeführten Anschluss an die Dachkonstruktion. Der Psi-Wert (ψ-Wert) am Übergang zwischen Element und Dachaufbau kann die U-Wert-Vorteile eines Passivhauselements rechnerisch vollständig aufheben.

Empfehlung: Zertifizierte Systemlösungen verwenden, deren Anschlussdetails geprüft und dokumentiert sind. LAMILUX stellt für seine Systeme geprüfte Montagedetails zur Verfügung, die direkt in die wärmebrückenfreie Planung eingesetzt werden können.

Sonnenschutz von Anfang an mitplanen

Sonnenschutz ist kein optionales Zubehör, sondern ein integrierter Planungsbestandteil. Außenliegender Sonnenschutz ist bis zu 75 Prozent effektiver als innen liegender – weil er die solare Einstrahlung abfängt, bevor sie in den Raum gelangt.

Im GEG ist der Sommerfall (§ 14 Abs. 4) explizit nachzuweisen: Die Kombination aus g-Wert der Verglasung und Sonnenschutzmaßnahmen muss den zulässigen Sonneneintragskoeffizienten einhalten. Wer den Sonnenschutz erst im Nachgang integriert, riskiert eine Kollision mit dem GEG-Nachweis und teurere Nachrüstungen.

Häufige Fehler auf einen Blick

  • Tageslichtplanung zu spät gestartet – Optimierungen in Orientierung und Geometrie sind ab LP 4 kaum noch möglich
  • U-Wert optimiert, g-Wert vernachlässigt – führt zu Überhitzung und erhöhtem Kühlenergiebedarf
  • Kein EPD-Nachweis eingeplant – bei DGNB/LEED-Projekten führt das zu Punktverlust oder aufwändiger Nachrecherche
  • RWA-Anforderungen und Tageslichtelemente nicht koordiniert – führt zu Doppelöffnungen auf dem Dach und unnötigem Ressourceneinsatz
  • Wartungs- und Reinigungszugang nicht geplant – erhöht Folgekosten und reduziert Langzeitperformance
  • Sanierungsprojekte: Eingriff ins Dach unterschätzt – zertifizierte Systeme mit nachgewiesener Bestandseignung von Anfang an spezifizieren


Sie möchten diese Fehler von Anfang an vermeiden? Unsere Fachplaner begleiten Sie von der Konzeptphase bis zur Ausführungsplanung. 

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Nachhaltig bauen mit Tageslichtsystemen von LAMILUX

Tageslicht ist ein wirksamer Nachhaltigkeitshebel im Bauwesen: Es senkt den Energiebedarf für Beleuchtung und Klimatisierung, verbessert die thermische Bilanz, unterstützt Zertifizierungen wie DGNB, LEED und BREEAM und steigert die Nutzungsqualität.

Entscheidend ist die richtige Kombination aus passendem Produkt, klaren technischen Kennwerten, früher Planung und intelligenter Gebäudesteuerung.

LAMILUX bietet dafür ein breites Produktspektrum – von Lichtband und Lichtkuppel bis zu Flachdach Fenster, Glasdach und Flachdach Ausstieg. Mit langlebigen Materialien, EPD-Nachweisen und zertifizierten Systemlösungen unterstützt LAMILUX nachhaltige Planung im Neubau wie in der Sanierung bis hin zum Passivhausstandard.

Planen Sie ein Projekt, bei dem Tageslichtsysteme einen Beitrag zur Nachhaltigkeitsbilanz leisten sollen? Wir sind von Anfang an dabei.

Fragen und Antworten rund um Tageslichtsysteme und Nachhaltigkeit

Welchen U-Wert sollte ein nachhaltiges Tageslichtsystem haben?

Der U-Wert hängt vom angestrebten Energiestandard ab. Das GEG fordert für Lichtkuppeln und Lichtbänder je nach Gebäudekategorie Uw-Werte zwischen 1,5 und 2,0 W/(m²K). KfW-Effizienzhaus-Standards liegen je nach Stufe bei 1,0–1,4 W/(m²K). Für den Passivhaus-Standard gilt: Uw ≤ 0,80 W/(m²K) für das Gesamtelement. Entscheidend ist stets der Wert des gesamten Einbauelements – nicht allein der Glaswert.

Was bedeutet der g-Wert bei Tageslichtsystemen?

Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) beschreibt, wie viel Solarenergie durch die Verglasung ins Gebäude gelangt. Ein hoher g-Wert bedeutet mehr passive Solargewinne, birgt aber Überhitzungsrisiken im Sommer. Die beste Strategie ist eine Verglasung mit moderatem g-Wert in Kombination mit außenliegendem, steuerbarem Sonnenschutz.

Wie viel Tageslicht brauche ich für eine LEED- oder DGNB-Zertifizierung?

Für LEED v4 (EQ Credit 8 – Daylight) muss nachgewiesen werden, dass definierte Mindest-Beleuchtungsstärken (300–500 Lux) in einem bestimmten Prozentsatz der Nutzfläche für eine bestimmte Jahresstundenzahl erreicht werden – entweder per Simulation (CBDM) oder Messung. Für DGNB (SOC 1.1) wird der visuelle Komfort anhand von Tageslichtquotienten und Blendschutz bewertet. Beide Systeme erfordern eine fundierte Tageslichtplanung ab der frühen Entwurfsphase.

Was ist eine EPD und warum ist sie für Tageslichtsysteme relevant?

Eine EPD (Environmental Product Declaration) ist eine nach ISO 14025 und EN 15804 geprüfte Umweltdeklaration, die den CO₂-Fußabdruck und weitere Umweltwirkungen eines Bauprodukts dokumentiert. Für DGNB-, LEED- und BREEAM-Zertifizierungen sind EPDs häufig verpflichtend, um die Ökobilanzkennwerte produktspezifisch nachzuweisen. LAMILUX stellt EPDs für seine Produkte bereit.