Was Sie beim Wohnmobil Kauf beachten sollten


Soll es ein Alkoven-Wohnmobil werden oder doch ein Campervan? Worin genau liegt der Unterschied? Und worauf muss ich achten, wenn ich ein gebrauchtes Wohnmobil kaufen möchte? Wir haben die Antworten!


Lesezeit: 9:00 Min.

Tipps für den Wohnmobil Kauf

Der Traum vom unabhängigen Urlaub im Wohnmobil. Stellen Sie sich nur einmal vor: Sie packen Ihre Sachen, Ihre Liebsten, steigen ein und schon geht’s los. Einfach quer durch Europa, die Küste entlang. Nächster Halt: Algarve. Oder soll es doch lieber Kroatien sein? Wie wäre es mit Ungarn? Oder einfach los und sehen, wohin Sie die nächsten drei Wochen treiben? Eine wunderbare Vorstellung. Fehlt nur noch das passende Wohnmobil. Doch was sollte beim Wohnmobil Kauf beachtet werden? Gerade für Camping-Neulinge eine große und wichtige Frage. Damit beim Kauf alles glatt geht und Sie das für Sie passende Wohnmobil finden, haben wir eine Checkliste mit den wichtigsten Fakten und Tipps für den Wohnmobil Kauf zusammengestellt! 

Stellen Sie sich selbst zu Beginn ein paar wichtige Fragen: Möchte ich mit meinem Wohnmobil hauptsächlich kurze Wochenendtrips machen oder sollen es doch längere Urlaube werden? Welche Innenausstattung brauche ich also dafür? Ist eine Küche und ein Badezimmer nötig? Oder benötige ich nur einen Schlafplatz und etwas Stauraum? Wenn wir schon beim Schlafplatz sind: Wie viele genau sollen es denn werden? Möchte ich zu zweit oder doch zu viert Urlaub im Wohnmobil machen? Sollen es noch mehr Schlafplätze werden? Möchte ich auch autark campen können oder ist es in Ordnung für mich, dass ich an offizielle Stellplätze oder Campingplätze gebunden bin, auf denen ich sowohl Stromversorgung als auch sanitäre Anlagen habe? Und: Welche Führerscheinklasse brauche ich überhaupt, um den Camper meiner Träume fahren zu dürfen? 

Neukauf oder gebraucht?

Soll das Wohnmobil neu oder gebraucht sein? Gerade für Einsteiger ist es oft nicht einfach diese Frage zu beantworten, denn sie wissen noch nicht auf was sie bei einem gebrauchten Wohnmobil achten sollten. Falls es aber doch ein gebrauchtes Wohnmobil sein soll, haben wir hier die 6 Dinge, die Sie unbedingt beachten sollten:  

  • Hat der Caravan etwaige Schäden, sowohl Innen als auch außen?  
  • Sind die Aufbauten wirklich dicht?  
  • Sind die Aufbauten rostfrei?
  • Passt die Ausstattung zu den eigenen Anforderungen?  
  • Wie alt ist der Motor?  
  • Eine Probefahrt ist unabdingbar!  

Sehen Sie die Stichpunkte als Ihre Checkliste, die Sie zu einer Besichtigung eines Wohnmobils mitnehmen. Und warum sind sie so wichtig? Gerade bei älteren Fahrzeugen ist meist Aluminium verbaut. Ganz abgesehen davon, dass dieser Werkstoff nicht mehr dem aktuellen Standard entspricht, ist er zum einen viel zu schwer: Das bedeutet, dass der Wohnwagen schwerer als nötig ist, was zu einem höheren Treibstoffverbraucht führt und möglicherweise eine höhere Führerscheinklasse des Fahrers erzwingt. Zum anderen ist Aluminium viel schadensanfälliger als beispielsweise GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff). Aluminium kann rosten, ist anfällig für Kratzer und Dellen. So ein Hagelschaden sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch bei der Reparatur schnell teuer werden. Doch dazu später mehr. Und warum sollten Sie darauf achten, wie alt der Motor ist? Ganz einfach: Das Alter des Motors könnte zu Problemen mit Umweltzonen und zu Fahrverboten führen. Und das wäre ja völlig gegenläufig zum Traum vom unabhängigen Wohnmobilurlaub. 

Welche Arten von Wohnmobilen gibt es überhaupt?

Der Kastenwagen

Basierend auf der Original-Karosserie eines Transporters mit Schiebetür sind die Campingbusse die wendigsten Wohnmobile. Sie haben geringere Abmessungen und sind deshalb oft alltagstauglicher als andere Wohnmobil-Gattungen. Für Solo-Camper oder auch zwei Personen reicht der Platz. Werden es mehr Mitreisende, wird es schnell zu eng. 

Das Alkoven-Wohnmobil

Gerne auch der Klassiker unter den Wohnmobilen genannt. Gut zu erkennen ist das Wohnmobil an der vorgewölbten Nase über dem Fahrerhaus. Diese Nische ist der sogenannte Alkoven, in dem sich ein festes Bett befindet. Dies muss nicht erst umgebaut werden – anders als das Wohnmobilbett, das aus einer Sitzgruppe umgebaut werden muss. Das Alkoven-Wohnmobil ist ein typisches Familienmodell, denn es bietet viel Platz für Personen, aber auch Gepäck. Das führt allerdings zu Lasten des Geldbeutels – denn die Form des Wohnmobils führt während der Fahrt zu mehr Luftwiderstand, was wiederum zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch führt. 

Das teilintegrierte Wohnmobil

Das teilintegrierte Wohnmobil ist eine gute Alternative zum Alkoven-Wohnmobil. Denn die Aufbauten sind windschnittiger und oft günstiger. Seinen Namen hat diese Art Wohnmobil von der Bauweise, bei der das Fahrerhaus teilweise in den Wohnbereich eingebunden ist. Denn die Fahrersitze sind meistens drehbar und gehören ebenfalls zur Sitzgruppe. Dafür sind die Schlafmöglichkeiten begrenzter als bei einem Alkoven-Wohnmobil. Meist befinden sich diese im Heck oder als Hubbett über dem Wohnbereich. Sobald dies zum Schlafen abgesenkt wird, blockiert das meist die Sitzgruppe darunter.  

Das vollintegrierte Wohnmobil

Das wohl extravaganteste Wohnmobil. Es hat eine eigenständige Bugmaske anstelle des originalen Fahrerhauses und eine sehr große Frontscheibe, die auch im Inneren für Luftigkeit sorgt. Integrierte Wohnmobile sind zwar oft nicht länger als teilintegrierte Wohnmobile, haben jedoch deutlich mehr Wohnkomfort. Das eigenständig gestaltete Fahrerhaus geht dabei nahtlos in den Wohnbereich über. Dieser wirkt deshalb deutlich geräumiger. Doch Vorsicht: Die komfortable Ausstattung und die dabei meist serienmäßigen vier Schlafplätze kosten Gewicht. Meist ist diese Königsklasse der Wohnmobile schwerer als 3,5 Tonnen. Das bedeutet, dass alle Camper, die nach 1999 ihren Führerschein gemacht haben, eine zusätzliche Fahrerlaubnis, den C1-Führerschein, benötigen.

Sie haben sich noch nicht festgelegt welche Art von Camper es werden soll? Bei der Entscheidungsfindung können Messebesuche helfen. Denn so haben Sie verschiedene Händler, Wohnmobil Arten und verschiedene Materialien vor Ort und können so gut vergleichen. Doch vergessen Sie dabei nicht: Händler wollen natürlich eins ihrer Fahrzeuge verkaufen und präsentieren diese deshalb in bestem Licht. Deshalb ist es ratsam sich zuvor schon etwas zu informieren. Hier also noch ein paar Tipps für den Wohnmobil-Kauf:  

  • Achten Sie auf eine möglichst große Zuladung, damit Sie im Campingurlaub nicht auf wichtige Sachen verzichten müssen  
  • Reisemobile bis 6 Meter Länge und 3,5 Tonnen sparen Maut- und Fährgebühren
  • Eine ausreichende Motorisierung beim Neufahrzeug schafft Sicherheitsklassen  
  • Das Fahrzeug sollte die neueste Schadstoffklasse haben, um Probleme, zum Beispiel mit Umweltzonen und Fahrverboten, zu vermeiden  
  • Wohnmobile mit beispielsweise Seitenwänden aus GFK sind oft leichter und sehr viel widerstandsfähiger  

Seitenwände aus GFK? Was genau hat der letzte Punkt zu bedeuten? Sie sollten unbedingt darauf achten, welches Material im Wohnmobil verbaut ist! Denn Wohnmobile, in denen ein großer Teil des verbauten Materials aus glasfaserverstärkten Kunststoffen besteht, sind langfristig eine sehr viel bessere Investition als Wohnmobile ohne GFK. Die Vorteile von GFK-Aufbauten sind:

Werterhalt? Was genau soll das bedeuten? Einfach gesagt: Sie investieren in ein Wohnmobil und möchten sicher nicht, dass die Investition durch Witterung, Hagel oder Kratzer an Wert verliert. Mit GFK sind sie dabei auf der sicheren Seite. Außerdem können Sie dadurch Vergünstigungen bei Ihrer Versicherung herausschlagen. Und sollte doch einmal ein Kratzer die Seitenwand aus GFK verunstalten, ist die Reparatur meist besonders einfach und günstig: Denn GFK Oberflächen können häufig mit Reparatur-Kits wieder zum Strahlen gebracht werden – ganz im Gegenteil zu Aluminium: Ist hier mal ein Schaden oder eine Delle in der Seitenwand, muss diese komplett ausgetauscht werden. Das kostet nicht nur Zeit und Nerven, sondern auch viel Geld. Wir könnten noch lange so weiter machen: GFK ist im Gegensatz zu Aluminium auch leichter zu reinigen und korrosionsfrei. Hierfür haben wir ganze Beiträge zu Materialkunde angefertigt. Wir vergleichen zum Beispiel die Vor- und Nachteile von Aluminium und GFK. Aber auch der Werkstoff Holz ist Teil unserer Vergleichsreihe.

  • Kommen wir zum Komfort, denn dieser darf beim Urlaub im Wohnmobil natürlich nicht zu klein geschrieben werden:  
  • Aufbaubatterie mit genügend Kapazität, um auch autark stehen zu können
  • LED-Beleuchtung, um Strom zu sparen
  • Die Höhe im Alkoven und allgemein über Betten muss mindestens 60 cm betragen
  • Kanten sollten abgerundet oder gepolstert sein
  • Große Dachfenster bringen viel Licht und sorgen für ein behagliches Raumklima
  • Alle Staufächer und Stauräume müssen Lüftungsöffnungen haben
  • Kleiderschränke sollten hinterlüftet sein
  • Von außen zu öffnende Staufachklappen erleichtern das Beladen
  • Heckgaragen sollten über zwei Stauraumtüren (links und rechts) zugänglich sein

Auch die Sicherheit muss großgeschrieben werden! Basis beim Wohnmobil Neukauf sollte sein:  

  • ABS
  • ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm)
  • ASR (Antischlupfregelung)
  • Hillholder (für leichteres Anfahren am Berg)
  • Airbags für Fahrer und Beifahrer
  • Tempomat für entspanntes Reisen
  • Luftfederung oder Niveauregulierung für die Hinterachse für mehr Fahrstabilität und weniger Wankbewegungen
  • Klappstützen hinten
  • Beheizbare Außenspiegel (vor allem für Winter-Camper)
  • Rückfahrkamera oder –Sensoren
  • Isofix-Kindersitzbefestigungen

Ganz schön viel Input. Fassen wir also das Wichtigste noch einmal zusammen: Welche Art von Wohnmobil passt zu Ihnen und Ihren Anforderungen? Bei Sicherheit werden keine Abstriche gemacht. Auch in Sachen Komfort sollten nicht allzu viele Abstriche gemacht werden, schließlich möchten Sie den Urlaub genießen können. Mit einem Wohnmobil, das LAMILUX-GFK verbaut hat, spare ich über lange Zeit Nerven und Geld – auch bei der Versicherung! Und was, wenn das Wohnmobil über 3,5 t wiegen soll und darf? Dann sollten Sie zum einen wissen, dass dafür der EU-Führerschein der Klasse B nicht mehr ausreicht und dass in verschiedenen Ländern noch andere Regeln hinzukommen.