LAMILUX erhält Deutschen Bildungspreis 2016

von links nach rechts: Anna Kögler (Personalreferentin), Dr. Dorothee Strunz (Geschäftsführerin LAMILUX), Jasmine Scholl (stellv. Personalleitung) Bild: „Deutscher Bildungspreis/Christian Lietzmann"

Höchste Ehren für die Ausbildung bei LAMILUX: Das Rehauer Familienunternehmen ist am Donnerstagabend im Berliner Humboldt Carré mit dem „Deutschen Bildungspreis 2016“ ausgezeichnet worden (www.deutscher-bildungspreis.de) – und hat sich bei diesem bundesweiten Wettbewerb in ei-nem Teilnehmerfeld von 150 Unternehmen gegen „Big Player“ wie Porsche durchgesetzt. Die bedeutendste Würdigung unternehmerischer Leistungen im Aus- und Weiterbildungsbereich in Deutschland, die unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung steht, erhält LAMILUX für sein Förderkonzept „Education for Excellence“. Im Fokus steht hier die gezielte und nachhaltige Förderung von personalen Kompetenzen im Rahmen eines dritten Ausbildungsschwerpunktes. Erreicht wird dies durch eine Vielzahl verschiedenster Förder- und Bildungsmaßnahmen, die deutlich über die rein fachliche und schulische Bildung hinausgehen.

 

„Dieser Preis bestätigt unser Ansinnen, dass in der kommenden digitalen Arbeitswelt immer mehr Persönlichkeiten gefragt sein werden, die bereits als Auszubildende durch breitgefächerte Erfahrungsfelder in flexiblem, eigenständigem und innovativem Denken gefördert und geschult wurden“, betont LAMILUX-Geschäftsführerin und Personalleiterin Dr. Dorothee Strunz.

Im Zeitalter zunehmender Digitalisierung und Industrie 4.0 werde der Computereinsatz immer intensiver und Wissen immer schneller verfügbar. „Die Jugendlichen müssen künftig diese komplexe Welt verstehen und sich in ihr zurechtfinden – und besser noch: Sie müssen diese neue IT-Welt gestalten können“, so Dr. Strunz weiter. „Um den unterschiedlichsten Anforderungen gewachsen zu sein, brauchen die jungen Menschen wichtige personale Kompetenzen, die wir mit unserem Ausbildungskonzept gezielt fördern.“

LAMILUX erhält den Deutschen Bildungspreis in der Kategorie „Innovation“. Damit stellt die preisvergebende Initiative „Deutscher Bildungspreis“ den neuen und einzigartigen Ansatz des prämierten Modells der Rehauer Firma heraus. LAMILUX gelinge es – gemäß den Vergabekriterien – vorbildlich „praxisnahe Qualitätsstandards im Bildungs- und Talentmanagement zu etablieren“. Mit dem Ausbildungskonzept „Education for Excellence“ hat sich LAMILUX gegen viele weitere Bewerber um den deutschlandweit ausgeschriebenen Preis durchgesetzt. 150 Unternehmen hatten sich beworben. Eine tiefgehende Prüfung des LAMILUX-Konzeptes fand durch ein Expertenteam der TÜV Süd Akademie statt. Sie hat diesen Preis initiiert und auditiert die eingereichten Wettbewerbsbeiträge bei den Unternehmen vor Ort.

Nachhaltige Förderung junger Menschen

Seit fünf Jahren ist das selbstentwickelte Konzept „Education for Excellence“ ein integraler Bestandteil der Ausbildung bei LAMILUX. Es verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und hat zum Ziel, bei den Auszubildenden persönliche und soziale Schlüsselqualifikationen zu fördern. „Wir stärken vor allem jene Kompetenzen, die für ein eigenständiges und verantwortungsbewusstes Handeln notwendig sind“, erläutert stellvertretende Personalleiterin Jasmine Scholl weiter. „Und wir bieten den jungen Menschen Erfahrungsfelder, die sie in ihrem persönlichen Reifungsprozess nachhaltig unterstützen und gegebene Handlungsspielräume verantwortungsvoll nutzen lassen.“

So werden zusätzlich zur „klassischen“ Berufsausbildung innerhalb des dualen Ausbildungssystems bei „Education for Excellence“ durch einen strukturierten und konsequent eingehaltenen Prozess die Sozial- und Selbstkompetenzen der jungen Auszubildenden gefördert. Ein wichtiges Instrument ist hierbei ehrenamtliche Arbeit. Denn: Wie eine breit angelegte sozialwissenschaftliche Studie der TU Dortmund im Jahr 2008 ergeben hat, ist nicht nur die Schule ein wichtiges Lernfeld, sondern auch ehrenamtliches und soziales Engagement. Jasmine Scholl: „Dadurch können junge Menschen wesentliche personale, soziale, kulturelle und instrumentelle Kompetenzen gewinnen.“

Der Grundstein für viele Aktionen im Rahmen von „Education for Excellence“ wird für die jungen Berufseinsteiger bei LAMILUX bereits im ersten Lehrjahr gelegt. „Dieses steht ganz im Zeichen des Herausbildens organisatorischer Fähigkeiten“, sagt Personalreferentin und Konzeptkoordinatorin Anna Kögler. „Die Jugendlichen organisieren ein Kinder- und Nostalgiekino im Rehauer Mehrgenerationenhaus, gestalten einen Azubi-Blog im Internet, besuchen Englisch-Workshops und betreuen den LAMILUX-Store.“

Helfende und soziale Aufgaben

Im zweiten Ausbildungsjahr erfolgt der Einstieg in die ehrenamtliche und soziale Arbeit in enger Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus Rehau, der Rehauer Pestalozzischule und der Gutenbergschule. Einmal in der Woche werden die jungen Leute für eine Stunde von ihrer regulären Tätigkeit im Unternehmen freigestellt und übernehmen dort helfende, soziale Aufgaben.

Zu diesen Tätigkeiten zählen unter anderem Rechen-, Lese- und PC-Förderung sowie schulisches Basistraining und MINT-Experimente durch wöchentliche Betreuung von Schulkindern, Hausaufgabenbetreuung im Kinderhort, stationäre Betreuung von Senioren sowie die Planung, Organisation und Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen im Mehrgenerationenhaus Rehau. Über dieses wöchentliche Engagement hinaus führen die Auszubildenden einmal im Monat Coaching-Gespräche mit einer Diplom-Psychologin, damit sie die gewonnenen Eindrücke unter professioneller Begleitung reflektieren können.

Schulungen, Workshops, Exkursionen

Umfangreich ist auch das Schulungs- und Weiterbildungsprogramm, das im Rahmen von „Education for Excellence“ angeboten wird. „Damit möchten wir den Auszubildenden einmal im Monat ein neues Fenster öffnen“, betont Anna Kögler. Denn: Bei den außerbetrieblichen Workshops und Veranstaltungen würden die Auszubildenden Einblicke in für sie bis dato teilweise völlig fremde Bereiche erhalten. „Sich auf diese Erfahrungsfelder einzulassen, hilft den jungen Menschen, auch im späteren Leben, flexibel und tolerant auf ungewohnte Situ-ationen zu reagieren.“

Workshops, Exkursionen und Veranstaltungen gibt es unter anderem zu den Themen „Lernen lernen & Methoden des Zeitmanagements“, „Work-Life-Balance“, „Selbstbehauptung und Selbstverteidigung“, „Verantwortungsvoller Umgang mit Geld“, „Rhetorik- und Sprechtraining“, „Selbsterfahrung und heilende Kräfte von Pflanzen und Kräutern“, der Besuch einer öffentlichen Gerichtsverhandlung in einer Jugendstrafsache, ein halbtägiger Workshop bei der regionalen Tageszeitung „Frankenpost“ sowie ein Workshop mit einem Starsolisten der Hofer Symphoniker zum Thema „Welche Schlüsselqualifikationen haben meine Karriere bedingt?“ einschließlich des Besuches der Orchesterprobe und des anschließenden Konzertes.

Persönliche und soziale Schlüsselkompetenzen

„Alle diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass die persönlichen und sozialen Schlüsselkompetenzen gefördert werden“, erläutert Dr. Dorothee Strunz. Zu den persönlichen Schlüsselkompetenzen zählt die Geschäftsführerin beispiels-weise Verantwortungsbereitschaft, Respekt, Zuverlässigkeit, Lern- und Leis-tungsbereitschaft, die Fähigkeit zur Selbstorganisation sowie eine gute Selbstwahrnehmung, Selbstdarstellung und Kritikfähigkeit. Die sozialen Schlüsselkompetenzen sieht Dr. Strunz vor allem in Empathievermögen, Teamfähigkeit, Höflichkeit, Konfliktfähigkeit und Toleranz.

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